Modell Bergsteigerdorf -

Ideenwerkstatt für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung der Ramsau

 

STAND DES PROJEKTS

Seit dem Beginn des Projekts "Modell Bergsteigerdorf - Ideenwerkstatt für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung der Ramsau“ sind nun einige Monate vergangen und vieles ist passiert. Nach den beiden Veranstaltungen im Vortragssaal im Januar und Februar haben sich im März vier Arbeitskreise gebildet, die sich mit den Themenfeldern "Demographie", "Dorfbildkonzept und Infrastrukturen", "Mobilität" sowie "Regionale Produkte" beschäftigen. Hier wird über den aktuellen Stand der Dinge informiert und es werden auch kommende Veranstaltungen ankündigt.

AK Demografie: Schwerpunkt ist das Thema „Wohnen in der Ramsau“, das vor allem den Bedarf an leistbarem Wohnraum für junge Familien in den Blick nimmt. Eine konkrete erste Aktion war der Vortrag von Andreij Schindler/Trias Stiftung am 4. Juni / 19:30 im Vortragssaal: Die Trias-Stiftung unterstützt Projekte, die insbesondere dort, wo Wohnraum knapp bzw. teuer ist, mit neuen Ideen lebenswerte Wohnumfelder schaffen wollen. Schindler stellt ausgewählte Projekte vor und zeigt auf, wie diese entstanden und organisiert sind - es folgte eine angeregte Diskussion. Im nächsten Schritt ist dann vorgesehen, mit Andrej Schindler Modellkonzepte für zwei ausgewählte Fälle zu entwickeln. Der participative Entwicklungsprozess soll voraussichtlich im September 2018 starten.

AK Infrastrukturen/Dorfbildentwicklung: hier wurde im ersten Schritt die Entwicklung neuer Konzepte für die Gestaltung des Hochschwarzeck-Gebiets vorangetrieben; da hier bei vielen der entstandenen Ideen der Hirschkaser eine wichtige Rolle spielt, wurden mit dem neuen Wirt entsprechende Sondierungsgespräche geführt; auch die Hochschwarzeck-Bahnen und die Touristinfo sind eng in diesen Prozess eingebunden. Aktuelles Thema auf der Agenda des Arbeitskreises ist die Gestaltung des Areals rund um die Wimbachbrücke; im Rahmen des AK Treffens am 11. Juli wurden die zuvor gesammelten Ideen in konkreten Vorschlägen konkretisiert und sollen nun dem Gemeinderat zeitnah präsentiert werden.

AK Mobilität: Hier wurde im ersten Schritt eine Matrix erstellt, die unterschiedliche Bedürfnisse der verschiedenen Betroffenen – vor allem auch die der Ortsansässigen – beschreibt. Studierende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ("Alpenmaster" - Regionalmanagement in Gebirgsräumen) haben auf dieser Basis und weiterer Recherchen seit März eine Bestandsaufnahme in den Bereichen ÖPNV, Parkraummanagement und Gästemobilität erarbeitet und unter Einbeziehung von best practice-Beispielen anderer Regionen Vorschläge für zukünftige Verbesserungsmaßnahmen entwickelt. Die Studierenden waren in der letzten Juni-Woche für die abschließenden Recherchen in der Ramsau und stellten abschließend ihre Ergebnisse am 28. Juni um 18:00 im Vortragssaal vor. Der AK Mobilität ist aktuell dabei, den Rahmen eines Gesamtkonzepts für die zukünftige Gestaltung der Mobilität in der Ramsau zu entwickeln. Das nächste Treffen des AK Mobilität findet am Mo. 23. Juli statt.

AK Regionale Produkte: hier liegt der Fokus auf dem Aufbau eines Netzwerks lokaler Produzenten, deren Produkte lokal vermarktet werden können (Verkostung und Verkauf); zudem soll ein mobiler Markt entstehen, der bei geeigneten Anlässen die Produkte vorstellt und vertreibt. Das Umsetzungskonzept ist in Arbeit und es soll baldmöglichst als Prototyp realisiert werden, insbesondere interessierte Produzenten sind hier beteiligt und definieren derzeit das Angebotsspektrum und die Rahmenbedingungen der geplanten Vermarktung. Das nächste Treffen des AK soll Ende Juli stattfinden, die Terminabstimmung ist im Gange. Bei den 1. Ramsauer Gesprächen am 18./19. Oktober soll das Projekt dann öffentlich vorgestellt und mit Gästen aus dem Bereich Regionalvermarktung, Alpine Kulinarik, regionale Produktion und Kulturlandschaftserhalt u.a. diskutiert werden. Bitte diesen Termin schon einmal vormerken!

Stand: 20. Juli 2018

Weitere Informationen und Ansprechpartner: Jens Badura | berg_kulturbüro Ramsau | jens.badura (at) bergkulturbuero.org

 

WAS BISHER GESCHAH

Bürgerforum Nr. 2

Im Rahmen des 2. Arbeitstreffens m 21. Februar ging es darum, erste Schritt in Richtung der Bildung von Arbeitskreisen zu machen. Dazu wurden jene Themenfelder, die bei der Auftaktsitzung im Januar gesammelt wurden, strukturiert und Fragestellungen zugeordnet, die nun im Rahmen der Arbeitskreise vertieft werden können. Ziel wäre es jeweils, einzelne konkrete Projektideen zu formulieren und dabei durch Gäste oder Exkursionen entsprechende Impulse zu erhalten. Folgende Arbeitskreise wurden nun definiert:

Geplante Arbeitskreise

Arbeitskreis Regionale Produkte

Wie kann die Nachfrage nach regionalen Produkten geklärt werden?

Wie und wo können Begegnungen zwischen Produzenten und Abnehmern stattfinden?
Beispiel: „Initiative Wirt sucht Bauer

 Welche neuen Vertriebswege bräuchte es?
- Idee: mobiler Biosphärenmarkt

 Aufbau von lokalen Produktions- und Verkaufsinfrastrukturen; konkrete Ideen, die zu entwickeln und zu prüfen wären:
- Käserei mit Schaubetrieb
- Verkauf regionaler Produkte mit Gastbetrieb für Verkostung etc.
- Regionale Produktions- und Vertriebsgenossenschaft für heimische Produkte

 Aufbau einer Regionalmarke
Beispiel: Steirisches Vulkanland

Arbeitskreis Infrastruktur / Dorfbildkonzept

Wie soll es bei uns ausschauen? Dorfbildkonzept für das ganze Dorf (Kern- und Außenbereiche)

 Leitlinien für ortstypisches Bauen

 Ideen für konkrete Dorfentwicklungsprojekte:
- Hochschwarzeck (Gebiet ganzheitlich denken)
- Wimbachbrücke

Wohnqualität – wofür steht diese, was steht ihr in der Ramsau entgegen?

Das Konzept der „geschlossenen Ortschaft“: wo beginnt/endet der Ort, wie wird raumplanerische Zugehörigkeit sichtbar gemacht?

 

Arbeitskreis Demographie

Motive und Anreize für Weg-/Zuzug von Familien

Arbeitsplätze (lokale und regionale), neue Arbeitsformen und Wirtschaftszweige (Digitalisierung)

Wohnraum für dauerhaft ansässiges Wohnen

Auseinandersetzung mit der lokalen Identität („wer sind wir“)

(Sozio-)kulturelle Diversität: Einheimische Bevölkerung, zugezogene Mitbürger, Zweitwohnungsbesitzer, Gäste

 

Arbeitskreis Mobilität

 Sicherstellung der Erreichbarkeit aller Gemeindeteile

Definieren unterschiedlicher Interessensgruppen (Ansässige Bevölkerung, Übernachtungsgäste, Tagesgäste, Durchreisende ...)

Vor- und Nachteile des Rufbussystems für die ansässige Bevölkerung

Potentiale von E-Mobilitätsangeboten für Einheimische und Gäste
- Beispiel SAMO Werfenweng

Neue Konzepte für Steuerung des Durchfahrtsverkehrs

Neue Konzepte für Steuerung des Ausflugsverkehrs

Aufbau einer Ladesinfrastruktur für E-Mobilität

Lenkungsmaßnahmen (u.a. Markierungen von Parkflächen an der Wimbachbrücke)

 

Querschnittsthema Energie

Neben den Arbeitskreisen wurde noch das Querschnittsthema Energie genannt, das in allen Arbeitskreisen eine Rolle spielt, Stichworte waren hier „Stromversorgung in Bürgerhand“ und „regenerative Gemeinde“.

Die Arbeitskreise haben nun die Aufgabe, für ihre Themenfelder konkrete Projektideen zu entwickeln und zu entscheiden, welche dieser Ideen in Richtung eines „Prototypen“ weitergetrieben werden und auf konkrete Umsetzungsperspektiven hin geprüft werden soll. Jens Badura wird entsprechende Auftakttreffen organisieren und moderieren.

Nächste Schritte

Für die Arbeitskreise wurden Listen ausgelegt, in denen alle Interessierten sich eintragen konnten. Alle, die sich nicht eingetragen haben/eintragen konnten und mitarbeiten möchten melden sich bitte direkt bei Jens Badura (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Im Rahmen der Auftakttreffen werden gemeinsam die Schwerpunkte und Ziele des Arbeitskreises festgelegt und die Arbeitsform bestimmt. Dabei sollen auch zeitnah gemeinsame Aktivitäten des Arbeitskreises (z.B. themenbezogene Exkursionen) oder Workshops mit Gästen geplant werden.

 Über den Diskussions- und Planungsstand der Arbeitskreise wird auf der Projektwebsite der Gemeinde informiert.

 

 

Bürgerforum Nr. 1

Der Prozess zur Aufbau der Ideenwerkstatt startete am 10. Januar 2018 im Vortragssaal der Gemeinde. Die Veranstaltung wurde von Bürgermeister Herbert Gschoßmann eingeleitet, der ausgehend von der aktuellen Situation der Gemeinde die Herausforderungen für eine „enkelverträgliche” Entwicklung der Ramsau skizzierte. Dabei wurden insbesondere folgende Themen angesprochen:

- Demographie:  Die Zahlen sind eindeutig - es ist ein Rückgang der Gemeindebevölkerung festzustellen bei zugleich steigendem Durchschnittsalter. Dieser Entwicklung gilt es entgegenzusteuern und das Leben in der Ramsau für nachwachsende Generationen so attraktiv bzw. „enkelverträglich“ zu machen, dass sie in der Ramsau bleiben bzw. nach der Ausbildung dorthin zurückzukommen wollen. Faktoren dafür sind u.a. die Verfügbarkeit von leistbarem Wohnraum und ausbildungsgemäßen Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Berufsfeldern - hier sind Ideen gefragt, wie das künftig in zunehmendem Maße erreicht werden kann.

- Mobilität: der zunehmende Individualverkehr im Talkessel einerseits (Stichwort Parkproblematik und Staus mit allem, was das für die Attraktivität der Region bedeutet), die Problematik der öffentlichen Verkehrsversorgung für die Bewohner (insbesondere der Schüler und der älteren Mitbürger) schafft eine komplizierte Gemengelage, die ebenfalls neue Ideen verlangt.

- Kulturlandschaft: die alpine Kulturlandschaft, wie sie die Ramsau prägt, ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil dessen, was das hiesige Heimatbild ausmacht, es ist auch ein Grund dafür, warum Gäste die Ramsau schätzen und besuchen. Diese Landschaft ist aber keine Selbstverständlichkeit - sie bedarf der Erhaltung durch landwirtschaftliche Nutzung. Und diese Nutzung wird auf Dauer nur dann funktionieren, wenn es sich für diejenigen, die die Bewirtschaftung sicherstellen, auch lohnt - finanziell wie hinsichtlich der Anerkennung für die geleistete Arbeit. Wie kann das gewährleistet werden? Wie können z.B. lokale Produktion und Vermarktung so zusammengeführt werden, dass auch lokale ökonomisch tragfähige Konzepte des Kulturlandschaftsschutzes möglich und als Arbeitsfeld interessant werden? Und wie kann das als Bestandteil der gemeinsamen Sorge um den Erhalt der heimatlichen Landschaft verstanden werden?

- Freizeit und Tourismus: auch hier ist nicht davon auszugehen, dass die Verhältnisse bleiben wie sie sind - neben den vielfach diskutierten konkreten Folgen des Klimawandels für den Wintertourismus, die Zunahme von Extremwetterereignissen mit konkreten Folgen für die lokalen Infrastrukturen usw. fragt sich auch, wie das mit dem „Modell Bergsteigerdorf“ verbundene Konzept des sanften Tourismus dauerhaft zu einem ökonomisch tragfähigen und für die Ramsau zukunftsfähig umgesetzt werden kann: welches Leitbild braucht es, um hier die richtigen Schritte zu setzen? Welche touristischen Infrastrukturen sind zu schaffen, welche nicht? Wie lässt sich das, was die Ramsau zu bieten hat auch in einer realistischen Preiskultur abbilden?

Im zweiten Teil der Veranstaltung fand dann eine erste Ideensammlung statt, die als Basis für den Prozess der Arbeitsgruppenbildung dienen soll. Diskutiert wurden u.a. Ideen zu den Themenfeldern

- „Mobilität“ (Stichwort Verkehrskonzept Ramsau)

- „Freizeit und Tourismus“ (Stichwort Leitbildentwicklung, „Vermieter-Akademie“ etc.)

- „Regionale Produktion und Vermarktung“ (Stichwort Genossenschaftsmodell, neue Vertriebsmodelle zwischen Produzenten und Konsumenten sowie lokalen Betrieben) 

- „Infrastrukturen“ (Stichwort Angebote für innovatives ganzjähriges, schneeunabhängiges Nutzungskonzept für das Hochschwarzeck-Gebiet)

Im nächsten Schritt werden nun Arbeitsgruppen zu ausgewählten Themenbereichen gebildet, in denen die Ramsauer Bürgerinnen und Bürger zu ihren Zukunftsthemen entsprechende Ideen und Pilotprojekte entwickeln und dazu nach Bedarf auch Experten beiziehen oder sich im Rahmen von Exkursionen Impulse verschaffen können. Die so entstehenden Pilotprojekte können dann mit einer Anschubfinanzierung unterstützt werden. Neben den regionalen Partnern des Projekts (Nationalpark und Biosphärenregion) sind auch Kooperationen mit Hochschulen (u.a. Weihenstephan Triesdorf) und Organisationen der alpinen Raumentwicklung (CIPRA etc.) vereinbart, zudem soll je nach Thema bzw. wo sinnvoll (z.B. Verkehr, Freizeit & Tourismus, Regionale Vermarktung) auch die Zusammenarbeit mit den anderen Talkesselgemeinden gesucht werden.

Die nächste öffentliche Veranstaltung findet am 21. Februar um 19:00 im Vortragssaal der Gemeinde statt.

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