Modell Bergsteigerdorf – Ideenwerkstatt für einen nachhaltige Gemeindeentwicklung in der Ramsau

Die Vorgeschichte

Als sich die Ramsau um die Auszeichnung „Bergsteigerdorf“ der Deutschen und Österreichischen Alpenvereine bewarb, war von Beginn an klar, dass es hier nicht nur um ein werbewirksames „Label“ gehen soll – sondern um die Philosophie einer lokal praktizierten nachhaltigen Gemeindeentwicklung. Also entstanden nach der Ernennung zum ersten deutschen Bergsteigerdorf 2015 schnell Ideen, wie man diese Philosophie mit Leben füllen kann: durch den Aufbau eines Partnerbetriebsnetzwerks, durch Kommunikation in der Gemeinde und mit Gästen sowie – mit dem Alpinen Philosophicum Ramsau – die Schaffung eines Denkraums für die gemeinsame Auseinandersetzung über die Gegenwart und Zukunft des Bergsteigens und des Bergdorfs. Das mediale Echo auf diese Aktivitäten, wie auch das große grenzüberschreitende Interesse an dem, was da in der Ramsau vor sich ging, war beeindruckend – und die entstandene Dynamik machte Mut, weiter zu gehen.

Die Entstehung des Projekts

Nach Gesprächen mit Nationalpark und Biosphärenregion Berchtesgadener Land wurde das Konzept für eine Ideenwerkstatt entwickelt, in der die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Vorschläge für nachhaltige Zukunftsszenarien einbringen, ausarbeiten und zur Umsetzung führen können. Anders gesagt: Die Auszeichnung „Bergsteigerdorf“ sollte als Auftrag verstanden werden, modellhaft und aus der Perspektive der Bevölkerung nachhaltige Gemeindeentwicklung zu betreiben. Damit war das Projekt „Modell Bergsteigerdorf“ geboren – und es begann die Arbeit der Ausformulierung des Konzepts, der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, viele Gespräche usw. Bis dann die gute Nachricht kam, dass das Umweltministerium die Initiative unterstützt. Am 5. Oktober besuchte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf Ramsau und überbrachte den Förderscheck in Höhe von 79'000 Euro für das Projekt „Modell Bergsteigerdorf – eine Ideenwerkstatt für nachhaltige Berggebietsentwicklung“.

 

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Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf überreicht Ramsaus 1. Bürgermeister Herbert Gschoßmann den Förderbescheid 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Modell Bergsteigerdorf

Worum genau geht es nun bei dem Projekt? Von Beginn 2018 an werden für den Zeitraum von drei Jahren Projekte von Bürgerinnen und Bürger unterstützt, die innovative Ideen für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung in die Tat umsetzen wollen. Folgende Themenbereiche stehen dabei im Vordergrund, wobei jedes Jahr bestimmte Schwerpunkt gesetzt werden sollen:

– Erhaltung von Kultur- und Naturlandschaft

– Regionale Wertschöpfung

– Klimawandel als lokale Herausforderung

– Identitätsbildung und Heimatentwicklung

Einmal jährlich werden Anschubfinanzierungen für Projektideen gewährt und die entsprechenden Projekte dann in Folge bei der Realisierung begleitet. Ab Oktober 2018 wird dann im Rahmen der „Ramsauer Gespräche“ auf Basis der laufenden Projekte eine öffentliche Debatte zum Thema nachhaltige Gemeindeentwicklung stattfinden, zu denen auch Gäste aus dem internationalen Alpenpolitikzusammenhang eingeladen werden.

Koordination

Der Ramsauer Gemeinderat hat Jens Badura und das berg_kulturbüro mit der Durchführung des Projekts beauftragt, für weitere Informationen zum Projekt steht der Projektleiter gerne zur Verfügung (office @bergkulturbuero.org).

 

 

Projekt gefördert vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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